ISRAEL MFA
 
Visit of Pope to Israel     Deutsch     Auf den Spuren von Jesus

Auf den Spuren von Jesus

 

Dr. Roni Kedmi

Israel wird sowoh in der jüdischen als auch in der christlichen Kultur als das "Heilige Land" bezeichnet (Terra Sancta). Das Wort 'heilig' stammt aus der Verbindung mit dem heiligen Menschen, dem heiligen Buch und den heiligen Menschen.

Seit dem 2. Jahrhundert  n. Chr. reisten christliche  Gläubige in das Land Jesu, zur geistigen Erbauung und um die in der Heiligen Schrift angeführten Orte zu besuchen. Sie wurden Pilger genannt, ihr Besuch wurde Pilgerfahrt (Wallfahrt) genannt. Der Ausdruck "Das Heilige Land" war im Christentum jedoch vor der Herrschaft von Kaiser Konstantin dem Grossen ( 274-337 n. Chr.) unbekannt. Er erhob das Christentum aus dem Stand einer verfolgten Religion in den einer in Europa anerkannten Religion (das Edikt von Mailand aus dem Jahre 313).

Der Überlieferung nach entdeckte seine Mutter, Helena, den Ort der Kreuzigung und auch das Kreuz, auf dem er sein Leben beendete, sowie die nahegelegene leere Grabstätte.  Kaiser Konstantin der Grosse errichtete an diesen Stätten eine Anlage mit mehreren Einrichtungen: die Martyrion-Basilika, ein Atrium und eine Rotunde 'Anastasis' (Griechisch: Auferstehung).  Er baute auch eine Kirche über die Geburtsstätte Jesus in Bethlehem (die Geburtskirche). Am Ort des Himmelfahrt, auf dem Ölberg, hat Konstantin eine weitere Kirche bauen lassen, die Eleona-Basilika.

Diese intensive Bautätigkeit beschleunigte die Erfassung der heiligen Stätten und die  Identifizierung der Gläubigen mit den heiligen Stätten dieses Landes. Die Erfassung erfolgte durch die Tätigkeit der Kaiser und ihres Gefolges, der Kirchenväter und der Pilger. Diese erfassten die heiligen Stätten in den religiösen Schriften, den Chroniken, der Liturgie und geographischen Landkarten. Die an diesen Stätten errichteten Bauten sollten den Begriff heilige Stätte in einen ewigen Ort verwandeln, der den Lebensweg Jesu und der Heiligen darstellt, so wie er in den heiligen kanonischen Schriften verewigt ist.

Die im heiligen Land errichteten Bauten  und die aufgefundenen heiligen Überreste trugen massgeblich dazu bei, die Heiligenverehrung zu fördern, die einen integralen Bestandteil des katholischen  Glaubens darstellt.  Die heiligen Überreste wurden als Ausgangspunkt göttlicher Kraft angesehen: sie haben die Fähigkeit, als Vermittler zwischen dem Gläubigen und seinem Gott zu fungieren und Wunder zu wirken, insbesondere soche, die zur Genesung zu führen.

Die Tradition der Pilgerfahrt stellte für die Gläubigen ein wirtschaftliches und geistiges Unterfangen dar. Als die sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und staatspolitischen Bedingungen die Reise ins Heilige Land nicht zuliessen, wurden andere Wege einer Pilgerfahrt an Heilige Stätten in Europa erschlossen, die als Ersatz für die Wirkungsstätten Jesu dienten.

Den kanonischen Schriften nach wurde Jesus in Israel geboren, wo er lebte und wirkte. Nur wenige Male begab er sich nach Jordanien, Judäa und Samarien und den Libanon.


Wichtige Meilenstein im Leben Jesu

Mariä Verkündigung - In Nazareth verkündet der Erzengel Gabriel der mit Josef verlobten Jungfrau Maria, dass sie von Heiligen Geist einen Sohn gebären wird – mit Namen Jesus. (Lukas, Kapitel 1, Vers 26-38) 
Am Ort der Verkündigung wird eine Kirche erbaut.

Maria begibt sich zu Elisabeth – (Lukas, Kapitel 1, Vers 39-56) – nachdem sie die Verkündigung erhält, sie werde einen Sohn gebären, begibt sich Maria zur schwangeren Elisabeth, die  den späteren Johannes den Täufer, gebären wird. Am Ort dieses Besuchs in Jerusalem wurde eine Kirche errichtet.

Geburt Jesu – (Matthäus, Kapitel 1, Vers 18-25) Jesus wird in Bethlehem geboren, als sich seine Eltern zur Volkszählung dorthin begaben.
Die Geburtskirche in Bethlehem wurde von Kaiser Konstantin über der Gruft errichtet, in der Jesu geboren wurde.

Die Taufe Jesu – (Markus, Kapitel 1, Vers 9) – Jesus wurde von Johannes dem Täufer im Jordan getauft. Der genaue Ort der Taufe ist umstritten. Der Überlieferung nach befindet sich der Taufort in Bethanien, in Jordanien. Der Staat Israel errichtete 1981 einen besonderen, zweiten Taufort auf der israelischen Seite des Jordans; der Ort trägt den Namen Yardenit.

Wahl der Jünger – die ersten Anhänger Jesu, seine ersten Jünger waren Fischer (Simon=Kefas,  Petrus genannt, Andreas, Jakobus Sohn des Zebedäus, Johannes, Sohn des Zebedäus) "Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!" (Matthäus, Kapitel 4, Vers 19). Sie waren zur damaligen Zeit als Fischer im See Genezareth tätig (dem See von Galiläa), im Norden Israels.
1986 wurde ein Fischerboot entdeckt, das Schätzungen zufolge, aus den Jahren 50 – 70 n. Chr. stammt.  Dieses Boot gilt als Modell der Boote, die zur Zeit Jesu zur Fischerei und zum Transport von Menschen und Waren dienten.

Die Verklärung Jesu – die Verklärung (Matthäus Kapitel 17, Vers 1-13) – auf dem Tabor Berg verklärt sich Jesus vor den Augen seiner Jüngers Kefas, Jakobus und Johannes. Sein Angesicht leutchtet wie die Sonne, seine Kleider werden weiss wie das Licht. Moses und Elia erscheinen ebenfalls. An dieser Stelle wurde in Gedenken an dieses Ereignis eine Kirche erbaut.

Die Kirche in Jerusalem  - (Johannes, Kapitel 12, Vers 12 – 19). Jesus erreicht in den letzten Tagen seines Lebens auf einem Esel reitend die Stadt Jerusalem. Eine grosse, Palmwedel schwingende Menschenmenge erwartet ihn in vollen Ehren. Am Sonntag vor dem Osterfest wird in der Palmsonntagsprozession dieses Ereignisses gedacht.

Das letzte Abendmahl – (Markus Kapitel 14, Vers 12 – 26) Am Vorabend des Pessachfestes hielten Jesus und seine Jünger das letzte Abendmahl, bei dem er ihnen verkündete, dass einer von ihnen ihn an die Römern ausliefern würde. Dieses wichtige Abendmahl bietet die Grundlage für das Sakrament der Eucharistie= der Wein, der sein Blut darstellt, das Brot, das seinen Leib darstellt. Der Überlieferung nach befindet sich der Saal des Letzten Abendmahls auf dem Zionsberg in Jerusalem.

Die Leiden in Gethsemane, (Mattäus Kapitel 26, Vers 36-45) – Nach dem letzten Abendmahl begeben sich Jesus und seine Jünger zu einem Garten, mit Namen Gethsemane. Obwohl sie während des Gebets wach bleiben sollen, schlafen sie ein. Nachdem Jesus von  Judas Iskariot verraten wird, fliehen sie aus diesem Ort. An diesem Ort wurde die "Kirche aller Nationen"  der Franziskaner errichtet.

Die Jesuspassion – Nachdem Jesus dem Sanhedrin vorgeführt wurde, wird der dem römischen Statthalter Pontius Pilatus vorgeführt und zum Tode durch Kreuzigung verurteilt (Matthäus Kapitel 27, Vers 1-31). 1920 wird an diesem Ort die Geisselungskapelle erbaut.
Die von Jesus erlebten Ereignisse von seiner Auslieferung an die Römer bis zu seiner Kreuzigung werden 'Passion' genannt (aus dem Lateinischen: Passus= Leiden).
Der Weg, den Jesus mit dem Kreuz zurücklegte, von seiner Verurteilung bis zu seiner Kreuzigung und seinem Begräbnis trägt den Namen 'Via Dolorosa'. Dieser Weg weist 14 Stationen auf, die fünf letzten Stationen befinden sich innerhalb der Grabeskirche.

Die  Kreuzigung Jesu fand in Golgotha statt (Matthäus Kapitel 27, Vers 33). Nach drei Stunden stirb er. Ein Felsbrocken, der von Golgotha (= Stätte des menschlichen Schädels) stammen soll, befindet sich innerhalb der Grabeskirche.

Begräbnis Jesu – (Matthäus Kapitel 27, Vers 57 – 61) Der Leib Jesu wurde in ein in den Felsen gehauenes Grab gelegt. 3 Tage später fand die Auferstehung statt. Oberhalb dieser Stätte errichtet im 4. Jahrhundert n. Chr. der römische Kaiser Konstantin der Grosse die Grabeskirche. 
Christi Himmelfahrt (Markus, Kapitel 16, Vers 19) – nachdem Jesus auf Erden entsandt worden war, wurde er zurück in den Himmel befohlen. Der Überlieferung nach ereignete sich die Auferstehung auf dem Ölberg. An dieser Stelle wurde die Himmelfahrtskirche errichtet.


Die bedeutendsten Wunder Jesu

Die Verwandlung von Wasser in Wein – das erste Wunder von Jesus ( Johannes 2, Vers 7-11). Das Wunder ereignete sich in Kana (dem heutigen Kfar Kana in Galiläa). An diesem Ort wurde die franziskanische Hochzeitskirche errichtet.

Das Wunder der Brote und Fische – (Matthäus, Kapitel 14, Vers 13 – 21). Jesus speiste 5000 Männer mit einer kleinen Menge an Brot und Fisch. An dem Ort, an dem sich der Überlieferung nach dieses Wunder zugetragen hat, (Tabgha), wurde die benediktinische Brotvermehrungskirche  errichtet.

Jesus geht auf dem See (Markus Kapitel 6, Vers 45 – 52) – Jesus geht auf dem See, vor den Augen seiner Jünger. Dieses Wunder fand auf dem See Genezareth statt.

Die Auferweckung des Lazarus (Johannes Kapitel 11, Vers 1 – 44) – Vier Tage nach dem Tod und dem Begräbnis eines Menschen, erweckt Jesus ihn wieder zum Leben. Der Überlieferung nach soll sich in Bethanien das Grab von Lazarus  befinden. An diesem Ort wurde die Franziskanerkirche des Heiligen Lazarus errichtet.


Die wichtigsten Predigten Jesu

Die Bergpredigt  - (Matthäus, Kapitel 5, Vers 1-48), Jesus hielt auf dem Berg eine Predigt vor seinen Gläubigen. In dieser Predigt werden viele Grundsätze des christlichen Glaubens dargelegt. Viele noch heute gebräuchliche Ausdrücke stammen aus dieser Predigt, wie z. B. : "wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar", statt "Zahn um Zahn". " Liebt eure Feinde", statt "Auge um Auge", usw. Die acht ersten Verse der Bergpredigt beginnen mit den Worten "Selig sind" ,daher trägt der Berg, auf dem Jesus diese Predigt hielt, den Namen 'Berg der Seligpreisung'. Der Berg wird auch manchmal als Berg Nahum bezeichnet. Auf der Bergspitze wurde eine Franziskanerkirche errichtet. (1936-1938).

Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland  - (Matthäus, Kapitel 13, Vers 53-58), Jesus predigte in der Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth darüber, dass ein 'Meinungsbilder' in seiner eigenen Stadt nicht anerkannt wird. Er erweckte den Groll seiner Zuhörer, die versuchen, ihn die Klippe herabzustürzen. Der Überlieferung nach befindet sich diese Klippe auf dem Berg des Sprungs, Har Kedumim, in der Nähe von Nazareth.

E-mail to a friend
Print the article
Add to my bookmarks
Also available in
  English
  Portuguese
  French
  Italian
  Spanish
  Polish
  Hebrew
   
 
   
 
     Hebrew     
 
© 2008 Israel Ministry of Foreign Affairs - The State of Israel. All rights reserved.   Terms of use   Use of cookies